Deutsche Hochschulmeisterschaft Judo

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DHM Judo (Dez. 2016) – im Rausch, einfach … weltklasse!

Die DHM im Judo fand in diesem Jahr in Bonn statt. Rekordteilnehmerzahlen und ein mit national und international erfolgreichen Athleten gespicktes Teilnehmerfeld sollten den Rahmen für diese Meisterschaft bilden.

Traditionsgemäß fanden die Einzelwettbewerbe am Samstag statt. Hier stellten sich nur 3 Starter aus Magdeburg ihrer Vielzahl von Kontrahenten. Ohne Oliver Lodtka und Sebastian Lehmann die auf Grund von noch nicht völlig auskurierten Verletzungen auf einen Einzelstart verzichteten, um am Sonntag für die Mannschaft kämpfen zu können, traten Maria Pfeiffer (-63kg), Malte Müller (-90kg) und Max Stiller (-100kg) an.

Alle drei konnten mit einer positiven Bilanz den Wettbewerb beenden, auch wenn es bei keinem zur Medaille reichen sollte.

Malte, der nach Krankheit seine angestammte Gewichtsklasse bis 81kg nicht realisieren konnte und mit nur 85kg in der Gewichtsklasse bis 90kg antrat, konnte mit zwei ungefährdeten Siegen in den Wettkampf starten. Mit sehenswerten Techniken fällte er beide Kontrahenten innerhalb von wenigen Sekunden. Im dritten Kampf sollte jedoch ein sehr erfahrener Bundesligakämpfer auf Malte warten. Ihm war Malte an diesem Tag nicht gewachsen. Da Maltes Gegner seinerseits im Folgekampf unterlag, schied Malte ohne Platzierung aus.

Max Stiller der bis 100kg an den Start ging, konnte in einem etwas kleinerem Teilnehmerfeld ebenfalls mit zwei schönen Siegen in den Wettkampftag starten. Im Poolfinale unterlag er dann jedoch und musste in die Hoffnungsrunde. Leider war auch hier die Reise nach einer weiteren Niederlage für Max schnell beendet womit ein 9. Platz zu Buche stand.

Besser als die beiden Jungs machte es Maria Pfeiffer. Hellwach und selbstbewusst kämpfte sie sich nach 3 vorzeitigen Siegen bis ins Halbfinale vor. Hier traf Sie auf die spätere Erstplatzierte. In einem großen Kampf schenkten sich beide Kämpferinnen nichts. Maria gelang es sogar, in Führung zu gehen. Bei nur noch 40 Sekunden verbleibender Kampfzeit sah es aus, als ob Maria in das Finale einziehen würde. Leider entschied sie sich weiter mit hohem Risiko zu attakieren, statt die Führung sicher zu verteidigen. So kam es, dass ihre Gegnerin einen nicht ganz konsequent vorgetragenen Angriff von Maria kontern konnte, umso, völlig überraschend doch noch ins Finale einzuziehen. Im anschließenden Kampf um Bronze, gestaltete sich der Kampfverlauf leider zu Marias Ungunsten sehr ähnlich. Wieder in Führung liegend, wurde Maria kurz vor Ende wieder gekontert und so die sicherlich verdiente und absolut mögliche Medaille verpasst. Der erreichte gute 5. Platz in einem starken Teilnehmerfeld, kann am Ende kein Trost für den so knapp verpassten Finaleinzug sein. So bleibt Maria nur der Trost, es im nächsten Jahr noch einmal versuchen zu können.

Nach den Einzelwettbewerben am Samstag, stellten sich dann 2 Teams am Sonntag im Mannschaftswettbewerb. Leider gab es im Vorfeld einige Absagen/Ausfälle, so dass beide Magdeburger Teams nicht in Bestbesetzung bzw. nicht einam mit einer kompletten Mannschaft an den Start gehen konnten. Wie sie damit umgingen und sich am Ende selbst für die harte Arbeit belohnten war … weltklasse!

Das Newcomerteam bestehend aus Judoka mit einer Graduierung bis einschließlich grünem Gürtel, trat mit folgenden Sportlern an: bis 66kg Stephan Günther, bis 73kg Jan Förster, bis 81kg Nikolas Scholz und bis 90kg Ajam Kolonov, leider gab es keinen Sportler über 90kg aus Magdeburg. Die Auslosung der Kampfreihenfolge sollte die vier verbliebenen Recken jedes Mal mit 0 zu 1 starten lassen, da die Kategorie über 90kg begann. Es folgten bis 90kg, bis 66kg, bis 73kg und abschließend der Kampf bis 81kg.

Es galt nun mindestens 3 der 4 Kämpfe für die Magdeburger zu gewinnen, um nach den sehr erfolgreichen letzten Jahren (das Newcomerteam aus Magdeburg war seit 2010 immer in den Medaillenrängen, wobei 2 Titel gewonnen wurden) erneut mit Edelmetall um den Hals nach Magdeburg zurückzukehren. Das, obwohl in Unterbesetzung antretend, unser Team erneut zu den Favoriten des Tages zählte, sollte sich bereits im ersten Kampf zeigen. Nach einem Freilos in der ersten Runde wurde die gegnerische Mannschaft der Uni Bonn, immerhin der Ausrichter der DHM, geschlagen. Bei einem Endstand von 4 zu 1 gewannen alle angetretenen Magdeburger Ihren Kampf und das auch noch vorzeitig. In der nächsten Runde gab es ein 3 zu 2 und den verdienten Einzug in das Halbfinale. Hier wartete mit Aachen ein harter Brocken auf die Magdeburger. Nach 3 von 5 Kämpfen und einem Zwischenstand von 1 zu 2 für Aachen, mussten nun Jan (-73kg) und Nikolas (-81kg) ihre Kämpfe unbedingt gewinnen, um den Finaleinzug zu sichern. Jan begann wie die Feuerwehr und dominierte seinen Aachener Kontrahenten von Beginn an. Der Sieg schien nur eine Frage der Zeit zu sein. Im Begriff seinen Gegner auf die Matte zu befördern, sollte Jan jedoch versehentlich eine unerlaubte Handlung „passieren“. Jan griff in die Hose des Gegners, ein Angriff der seit 2010 nicht mehr erlaubt ist. Die direkte Disqualifikation folgte auf dem Fuße und der anschließende Sieg von Nikolas konnte nur noch zur Ergebniskosmetik beitragen. Diese bittere 3 zu 2 Niederlage schickte die Männer um den unglücklichen Jan Förster nun in den Kampf um Bronze. Unter den heftigen Anfeuerungsrufen der Mannschaft der Allkategorie gelang hier ein knapper 3 zu 2 Sieg den Nikolas im letzten Kampf mit einem herrlichen Hüftwurf (hier hätte man glatt zwei volle Punkte geben können) besiegelte. Die Art wie er seine Kämpfe an diesem Tag meisterte, lässt große Hoffnungen für die nächsten Jahre aufkommen.

Zeitgleich zu den Newcomern trat auch das Magdeburger Team der Allkategorie an. Auch sie waren nicht in Bestbesetzung an den Start gegangen. Neben der Gewichtsklasse 66kg, die nicht besetzt werden konnte, sollte zusätzlich auch kein Athlet in der Klasse bis 81kg am Start sein. Somit mussten die beiden 73iger Oliver Lodtka und Sebastian Lehmann von Kampf zu Kampf entscheiden, wer in der höheren Gewichtsklasse an den Start gehen würde. Bis 90kg ging Malte Müller für Magdeburg auf die Matte und über 90kg Max Stiller. Die Vorzeichen standen also schlechter als in den letzten Jahren und das, wo die Magdeburger doch schon seit dem Vizemeistertitel im Jahre 2010 auf eine Mannschaftsmedaille warteten. Doch der Wettkampftag sollte zum Glückstag der 4 Jungs werden. Nach einem Freilos in Runde 1 trafen die Männer aus Magdeburg auf das Team der Uni Jena. Die Begegnung endete 4 zu 1 für Magdeburg, wobei alle 4 Magdeburger Siege durch einen vollen Punkt vor Ablauf der Kampfzeit erkämpft wurden. Der Rausch war gestartet. Im nächsten Duell wartete die Uni aus Heidelberg auf die Magdeburger. Eben gegen jene Uni verlor Magdeburg das Finale im Jahre 2010, erinnerte sich der letzte im Team verbliebene Teilnehmer von damals – Sebastian Lehmann. Nach ungefährdeten Siegen von Max und Oliver und dem kampflosen Punktverlust sowie der Niederlage von Malte, musste eben jener Sebastian im entscheidenden letzten Kampf der Begegnung über Sieg oder Niederlage entscheiden. Sein Gegner sollte der 5. Platzierte der Gewichtsklasse bis 81kg des Vortages sein. Eine denkbar schwere Aufgabe für den in 73kg eingewogenen Sebastian. Dennoch stürzte er sich voller Freude in diesen Kampf. Schnell ging er durch Bestrafungen wegen Inaktivität des Gegners in Führung und konnte zwischenzeitlich auch eine kleine Wertung erzielen. 2 Minuten vor dem Kampfende stellte sein Gegner jedoch seinen Kampfstil um und Sebastian wurde wieder und wieder bestraft. Bei einer kleinen Wertungsführung und 3 Strafen für jeden der beiden Kämpfer ging es in die Schlussminute. Eine schier endlos lange Minute für alle Beteiligten. Zum einen weil die 4. Bestrafung eine Disqualifikation nach sich ziehen würde und zum anderen, weil sich Sebastian bei einer unglücklichen Situation am Mattenrand 45 Sekunden vor dem Ende einen Muskelfaserriss zu zog. Mit Hilfe der Anfeuerungsrufe aller Magdeburger rette Sebastian auf seiner letzten DHM als aktiver Kämpfer den knappen Vorsprung über die Zeit. Der Rausch nahm seinen Lauf und Magdeburg stand im Halbfinale. Hier sollte jedoch mit Aachen, genau wie bei den Newcomern, ein an diesem Tag zu starker Gegner warten. Nach einem 0 zu 3 Zwischenstand verzichteten Oliver und Sebastian auf Ihre Kämpfe, womit am Ende ein 0 zu 5 zu Buche stand. Alle Kräfte wurden für den nun fälligen Kampf um Platz drei geschont.

Wie bereits mehrfach in den letzten Jahren sollte Magdeburg in einen Kampf um Bronze gehen. Dieses Mal sollte der Titelverteidiger von 2015, die Uni Bochum dort auf die Magdeburger warten. Aber das Wettkampfwochenende war auch nicht spurlos an den Bochumern vorbeigegangen, auch sie sollten mit nur 4 Mann antreten. Ein erster Lichtblick für die Magdeburger. Als klar war, dass die Bochumer keinen Athleten bis 73kg an den Start schicken können, war die Chance Bronze zu erreichen auf einmal stark gestiegen. So war klar, dass der verletzte Sebastian in seiner Stammgewichtsklasse einen Sieg ohne Gegner beisteuern können würde. Nun galt es für Max, Malte und Oli mindestens 2 aus 3 Kämpfen zu gewinnen, um die langersehnte Medaille zu erkämpfen.

Max sollte gleich mit gutem Beispiel vorangehen, nach einer schönen Fußtechnik konnte er seinen Gegner in eine Festhalte nehmen und somit den Kampf vorzeitig für die Magdeburger gewinnen. Im zweiten Kampf wehrte sich Malte tapfer gegen einen übermächtigen Gegner der bereits mehrfacher Deutscher Meister war. Jedoch passierte was passieren musste, Malte gab diesen Kampf ab. Nach der kampflosen Niederlage bis 66kg stand es nun 1 zu 2 aus Magdeburger Sicht. Es folgte der kampflose Sieg von Sebastian, 2 zu 2. Nun hatte Oliver, in der Gewichtsklasse bis 81kg, die Last des Entscheidungskampfes auf seinen Schultern zu tragen. Der Kampf begann gut, sofort war Oli präsent und trieb dem Gegner durch einen harten Kampf um den besseren Griff Sorgenfalten ins Gesicht. Mit einer taktischen Meisterleistung und viel Herzblut, sorgte er für mehrere Bestrafungen für Inaktivität bei seinem Gegner.  Als dann gegen Mitte der Kampfzeit sein Gegner den großen Fehler machte und mit Oli in den Bodenkampf ging, machte sich ein Grinsen bei den restlichen Magdeburgern im Gesicht breit. Und wirklich, mit einer extrem seltenen Form eines Armhebels, bei dem der Arm des Gegners alleine mit den Beinen gehebelt wird, brachte Oli den Gegner zur Aufgabe. 3 zu 2 für Magdeburg! Der Jubel kannte keine Grenzen, die Magdeburger sprangen wie Rumpelstilzchen auf und um die Matte. Da war er wieder, der Rausch… Ein perfektes Ende eines langen Wettkampfwochenendes.

maennerteam-dhm-judov.l.- Sebastian, Max, Oliver, Malte

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